Sunday, July 14, 2013

Oswald Gruebel zur Krise, im Speziellen zur Europäischen Krise - Teil 2

Teil 2: Auszug aus der Podiumsdiskussion mit Oswald Grübel (ehem. CEO UBS und Credit Suisse) am 11. April 2013 am Fund Experts Forum 2013 im GDI Gottlieb Duttweiler Institute in Rüschlikon


 
 
Zum zukünftigen Verlauf der Krise
Leider sind wir mit der Bewältigung der Krise erst am Anfang.  Wenn wir in 10 Jahren zurückschauen werden wir staunen was wir noch alles erlebt haben.  Man kann eine Wirtschaft nicht mit Gesetzen kreieren und sie nicht mit Massnahmen von Zentralbanken managen.  Das heisst im Übertragenen Sinn, man kann das Pferd zum Wasser führen aber trinken muss es selbst. Für die Gesundung der Wirtschaft muss in diesen Ländern die Mentalität ändern.  Es ist nach wie vor so, dass jeder Arbeiter fragt, wollen Sie bar zahlen oder gegen Rechnung.  Der Unterschied ist mittlerweile 22%. Das ist die Mehrwertsteuer. Hier müssen zum Beispiel bessere Kontrollen eingeführt werden, damit diese Steuern bezahlt werden.  Diese Mentalität müssen wir besser verstehen. Wenn wir die Menschen da nicht verstehen, alleine mit Verordnungen erreicht man gar nichts. Deshalb glaube ich, kann man das nicht von heute auf morgen machen. Es geht noch etwas länger. 
 
 
Über die Weiterentwicklung der EU
Ich glaube im Moment ist man schon in einem Stadium wo man sagt, man hätte gerne mehr Staaten in der EU, jedoch nur solche, die durchschnittlich gesünder sind als solche, die schon drin sind.  Griechenland immer wieder aus Erfahrungen lernen müssen und nichts von der Geschichte lernen. Es bleibt praktisch gar nichts anderes übrig für Europa als die Flucht nach Vorne und zu wachsen. Wenn man Europa kleiner machen würde,  würde es schlimmer werden.  Die Schweiz würde man sofort aufnehmen.  Vielleicht muss sie eines Tages beitreten, weil sie mehr Euro hat als jeder andere.

 
 
Zur Geldentwertung und zur Lösung der Krise
Die Krise wird einzig und alleine durch Geldentwertung lösbar sein und es wird auch so gelöst. Das Primat hat im Moment die Politik und wird es lange nicht mehr abgeben. Für Politiker ist Geldabwertung nichts, denn sie haben ja meistens auch kein Geld.  Man kann nur jemanden etwas bezahlen lassen, der Geld hat.  Wenn Sie Geld haben und sicherstellen wollen, dass sie nichts verlieren müssen Sie Schulden machen und in Assets investieren. Dann sind sie fein raus.  Am Schluss dieses ganzen Prozesses der noch etwa 10 Jahre dauern dürfte, wird eine Geldentwertung sein  Im Moment sträubt sich die Europäische Zentralbank als einzig grosse Zentralbank noch gegen eine Geldentwertung.  Ich glaube nicht dass sie das langfristig  weiter können. Die Europäischen Politiker werden genauso diesen Weg gehen. Wenn Sie sagen das gibt es  Gesetzte, die können das nicht mache, die werden die Gesetze ändern.  Dies ist der einzige Weg. Wir reden hier von Billionen von Schulden. Es geht nur durch Geldentwertung.     
 
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Friday, July 5, 2013

Oswald Gruebel zur Krise, im Speziellen zur Europäischen Krise

Auszug aus der Podiumsdiskussion mit Oswald Grübel (ehem. CEO UBS und Credit Suisse) am 11. April 2013 am Fund Experts Forum 2013 im GDI Gottlieb Duttweiler Institute in Rüschlikon





 
Zu den Banken
Betreffend Abhängigkeiten zwischen Banken und Staat haben wir  heute nicht weniger Ungewissheit und nicht mehr Stabilität als vor einigen Jahren.  Ich glaube nicht, dass alle Banken gerettet werden müssen. Bei Bankenrettung durch den Staat müsste berücksichtigt werden, macht es mehr Sinn eine Bank zu retten oder sie untergehen zu lassen. Das ist eine einfache Frage und man kann es effektiv ausrechnen.  Die Politiker jedoch können sich nicht erlauben irgendwelche Banken Pleite gehen zu lassen, weil sie dann nicht mehr gewählt werden.  Im Falle von Spanien sind die ersten 60 Milliarden für Bankenrettung  /-stabilisierung ausgegeben worden. Es werden noch ein paar Milliarden folgen, weil die Sache noch lange nicht ausgestanden ist.
 
 
Zum Euro

Die Erfindung des Euros war eine politische Erfindung mit hohem ethischem Gehalt, nämlich keinen Krieg mehr zu haben. Nur wie mit allen politischen Erfindungen hat sich niemand wirklich den Kopf darüber zerbrochen, wie es wirklich funktionieren soll.  Im Euro werden wir in den nächsten 10 Jahren rausfinden, dass es in Europa ganz unterschiedliche Staaten gibt. Die Deutschen sind keine Italiener und sie werden jetzt auch herausfinden, dass man die Italiener nicht überzeugen kann sich so wie die Deutschen zu verhalten.  Wir werden auch herausfinden, wie die Wirtschaft wirklich operiert  in Ländern wie Italien und Spanien. Ein Beispiel: Ich habe in Spanien ein Haus gebaut. Zwischendrin wurde der Euro eingeführt.  Das hatte zur Folge, dass sich über Nacht bei den Bauarbeitern der Lohn verdoppelt hat. Ich habe also für die zweite Hälfte meines Hauses doppelt so viel bezahlt.  Gearbeitet haben sie jedoch genau so schlecht wie vorher.  Ich glaube nicht, dass Staaten aus dem Euro austreten werden.  Genau die Unsicherheit, die herrscht wird den Euro zusammenhalten.  Man hat keine Wahl. Es ist so offensichtlich, dass wir uns ein Auseinanderbrechen des Euros gar nicht erlauben können.  Wir wären mit einem Schlag in einem Wirtschaftskrieg.    
 
 

Zur Börse

Wieso gehen die Aktienmärkte hoch? Die Aktienmärkte gehen hoch,  weil Geld gedruckt wird.  Das beste Beispiel ist aktuell Japan wo der Yen 30% abgewertet wurde.  Wer noch keine Japanische Aktien hat soll sich beeilen welche zu kaufen.  Sie werden sich wundern was mit diesem Aktienmarkt passieren wird.  Die Leute, die noch Cash haben und in Zypern wieder mal gesehen haben, was so passieren kann ,wenn man Cash auf dem Konto hat, die kaufen jetzt alle Aktien oder Sachwerte um zu verhindern, dass ihr Geld enteignet wird.  Wir dürfen nicht vergessen, Regierungen können alles tun und werden alles tun.  
 
 
Fortsetzung folgt...   and English Version will follow as well
 
 
 
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