Friday, July 5, 2013

Oswald Gruebel zur Krise, im Speziellen zur Europäischen Krise

Auszug aus der Podiumsdiskussion mit Oswald Grübel (ehem. CEO UBS und Credit Suisse) am 11. April 2013 am Fund Experts Forum 2013 im GDI Gottlieb Duttweiler Institute in Rüschlikon





 
Zu den Banken
Betreffend Abhängigkeiten zwischen Banken und Staat haben wir  heute nicht weniger Ungewissheit und nicht mehr Stabilität als vor einigen Jahren.  Ich glaube nicht, dass alle Banken gerettet werden müssen. Bei Bankenrettung durch den Staat müsste berücksichtigt werden, macht es mehr Sinn eine Bank zu retten oder sie untergehen zu lassen. Das ist eine einfache Frage und man kann es effektiv ausrechnen.  Die Politiker jedoch können sich nicht erlauben irgendwelche Banken Pleite gehen zu lassen, weil sie dann nicht mehr gewählt werden.  Im Falle von Spanien sind die ersten 60 Milliarden für Bankenrettung  /-stabilisierung ausgegeben worden. Es werden noch ein paar Milliarden folgen, weil die Sache noch lange nicht ausgestanden ist.
 
 
Zum Euro

Die Erfindung des Euros war eine politische Erfindung mit hohem ethischem Gehalt, nämlich keinen Krieg mehr zu haben. Nur wie mit allen politischen Erfindungen hat sich niemand wirklich den Kopf darüber zerbrochen, wie es wirklich funktionieren soll.  Im Euro werden wir in den nächsten 10 Jahren rausfinden, dass es in Europa ganz unterschiedliche Staaten gibt. Die Deutschen sind keine Italiener und sie werden jetzt auch herausfinden, dass man die Italiener nicht überzeugen kann sich so wie die Deutschen zu verhalten.  Wir werden auch herausfinden, wie die Wirtschaft wirklich operiert  in Ländern wie Italien und Spanien. Ein Beispiel: Ich habe in Spanien ein Haus gebaut. Zwischendrin wurde der Euro eingeführt.  Das hatte zur Folge, dass sich über Nacht bei den Bauarbeitern der Lohn verdoppelt hat. Ich habe also für die zweite Hälfte meines Hauses doppelt so viel bezahlt.  Gearbeitet haben sie jedoch genau so schlecht wie vorher.  Ich glaube nicht, dass Staaten aus dem Euro austreten werden.  Genau die Unsicherheit, die herrscht wird den Euro zusammenhalten.  Man hat keine Wahl. Es ist so offensichtlich, dass wir uns ein Auseinanderbrechen des Euros gar nicht erlauben können.  Wir wären mit einem Schlag in einem Wirtschaftskrieg.    
 
 

Zur Börse

Wieso gehen die Aktienmärkte hoch? Die Aktienmärkte gehen hoch,  weil Geld gedruckt wird.  Das beste Beispiel ist aktuell Japan wo der Yen 30% abgewertet wurde.  Wer noch keine Japanische Aktien hat soll sich beeilen welche zu kaufen.  Sie werden sich wundern was mit diesem Aktienmarkt passieren wird.  Die Leute, die noch Cash haben und in Zypern wieder mal gesehen haben, was so passieren kann ,wenn man Cash auf dem Konto hat, die kaufen jetzt alle Aktien oder Sachwerte um zu verhindern, dass ihr Geld enteignet wird.  Wir dürfen nicht vergessen, Regierungen können alles tun und werden alles tun.  
 
 
Fortsetzung folgt...   and English Version will follow as well
 
 
 
Siehe auch folgende Links
 
 
 

 
 
 

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