Sunday, November 30, 2014

Finance 2.0: Companies should use gamification, banks must use gamification!

Almost three years ago I wrote in my blog, that banks should develop online games in order to provide fun and interact with their clients in a better way. A few weeks ago UBS launched their first game app.


Gamification in Banking

There are two challenges in banking. First, knowledge of bank clients on markets and investment products is limited, accordingly seems to be their interest to improve this. With this initial situation, frictions in-between clients and banks are very probable in the future, like they already occurred in the past. To bomb clients with piles of documents about risks and behavior of investment products will not change a thing. It should be banks key interest though to train their clients on markets. Financial literacy is the word. A bunch of papers won’t help, gamification will. Second, banks lost confidence of clients. To a wide part it is the banks blame. Without trust, interaction and information flow in-between banks and clients is not at all as it should be. Also here gamification can improve this.


When I wrote about games for banks, I head more strategic games in mind. For example games where one can build and grow an own bank and compete with others, a bid similar as Farmville on Facebook or a trading game where you can act on real market prices without risk. This for instance would be a good way to understand risks better and a much better way to evaluate risk profiles than filling out a questionnaires.With their game app, “Quiz and Fly” UBS launched something far not as sophisticated but I still like it. Why?


UBS launched a very simple game where skills but also knowledge is needed. I like this approach because first, time to market is good and costs are rather moderate too (for UBS terms). Like this they can find out how the audience reacts and where the audience has its preferences. Based on these findings UBS can launch other games in the future, which are much more sophisticated, more specific and costly as well, without having the risk that it becomes a failure. 


For the first part of the game one need skills in order to fly a number aircrafts from one continent to another, while collecting coins. It is very simple a bid similar to classic app games as angry birds. With this part UBS can win audience which likes these kinds of games. 

Gamification Quiz and Fly at UBS


After the flight is completed the second part offers a set of questions, with four optional answers. This is very similar to the popular game in the German speaking area “Quizduell”. The questions are quite general. Some questions though are about economy. These are the questions which have a value for UBS. The better their audience understands the economy the better for UBS. Here UBS has an excellent opportunity to find out what is the best way to transmit knowledge and how to increase financial literacy. 

Gamification Quiz and Fly at UBS


Last but now least, UBS provides a ranking where you can compete with other gamers, which certainly is helping that people stay tuned.

Gamification Quiz and Fly at UBS



All in all a good first step but I expect a series of new a bid more sophisticated games, which have a bid a stronger reference to economy, financial literacy and banking business. Go UBS, proof yourself as a real digital bank!



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Sunday, November 23, 2014

Die Schweizerische Nationalbank und das liebe Gold

Geldpolitik, Kursentwicklung von Gold, Währungen und Wertpapieren sind anspruchsvolle Themen. Eine Umfrage der George Washington University hat unlängst gezeigt, dass genau dieses Wissen bei einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung schwach ausgeprägt ist. Ich bin aber klar der Meinung, dass sich jedermann dieses Wissen erarbeiten kann und auch sollte ganz Speziell im Hinblick auf die Goldinitiative.  Was ich hier als langjähriger Börsianer und Ex-Händler in verschiedenen Diskussionen an Erklärungen und Argumenten höre ist für mich schlicht frustrierend.





Über Zentralbanken und Gelddrucken

Vorneweg genommen, einmal mehr hat zeigt das Schweizervolk, dass es ein feines Sensorium hat dafür wenn etwas nicht stimmt. Ganz klar wurden die Märkte weltweit in einem nie dagewesenen Umfang mit Geld geflutet. Zum einen durch den Staat zum anderen durch Anwerfen der Geldpresse. Der Schweizer Staat ist dieser Versuchung zum Glück nicht erlegen. Die SNB hat sich dem Druck des schwachen Euros jedoch gebeugt und deshalb die Druckerpress gestartet. All dieses Geld wird man, wenn nicht ein kleines Wunder passiert nie mehr aus dem Markt kriegen. Eine massive Inflation muss die Folge sein. Diese Preissteigerung bei Investitions- und Konsumgütern würde uns auch in der Schweiz treffen ziemlich unabhängig davon wieviel Fremdwährung bzw. Gold die SNB in ihrer Bilanz hat. 


Ich finde es deshalb absolut gerechtfertigt, dass über Sinn und Nutzen von Zentralbanken und über die Geldschöpfung generell diskutiert wird. Zitat Oswald Grübel „Wirtschaft kann nicht durch Massnahmen der Zentralbanken gemanaged werden“.  Diese Annahme drängt sich auch auf wenn man das tägliche Handelsvolumen aller Währungen von 5 Billiarden US$ betrachtet.  Eine Zentralbank kann eine Währung nur temporär beeinflussen und die Aktivitäten derselben haben in erster Linie einer psychologischen Wirkung. Schaut man in der Geschichte zurück, ist es so, dass mit diesem Modell die ganz grossen Krisen vermieden werden konnten. Schaut man genauer hin kann man durchaus zum Schluss kommen, dass es lediglich eine Pflästerchenpolitik war und das dieser Lösungsansatz jeweils bereits die nächste Krise in sich barg. Die Krise wird jedes Mal grösser und entsprechend auch der Mitteleinsatz, bis dann die Pflästerchen einmal nicht mehr ausreichen. 


Die Frage ist also brauchen wir ein neues Modell oder nicht? Wenn ja dann  muss dies global angepackt werden.  Die Einschränkung des Handlungsspielraums der SNB und die Schwächung des aktuellen Modells durch die Goldinitiative ist inkonsequent und schadet.



Der richtige Preis von Gold und Gold als Anlageinstrument

Es wird vielfach gesagt, dass die SNB die Goldbestände zu zu tiefen Preisen reduziert habe. Wieviel habe ich mich rückwirkend selbst schon genervt, dass ich eine Position zu früh verkauft habe bzw. eben nicht verkauft habe. Dies rückwirkend zu kritisieren ist einfach und unprofessionell. Kein Anlageprofi würde dies tun. Das Ziel ist in mehr als 50% richtig zu liegen, das reicht schon aus.  Jeder der glaubt, dass er in den meisten Fällen richtig liege und immer wisse wo der richtige Preis ist, der ist schlicht naiv. 


Dies gilt auch für Anlagen in Aktien, obwohl sich hier theoretisch der innere Wert berechnen lassen würde und zukünftige Gewinne der Unternehmung. In der Realität wird eine Aktie praktisch nie zum inneren Wert gehandelt. Der Preis ist entweder tiefer oder höher.  Auch hier spielt die Psychologie und die vorhandene Liquidität eine wichtige Rolle. Bei anderen Rohstoffen wie z.B. Öl können wenigstens aufgrund der Analyse der Kapazitäten der Förderanlagen und des Bedarfs der Wirtschaft Schlüsse gezogen werden. Der Goldpreis wird lediglich durch Psychologie und Liquidität gesteuert.  Von einem richtigen Preis kann entsprechend schlicht nicht gesprochen werden. Betrachtet man den Goldchart aus Sicht 1997 konnte man damals durchaus auf einen Abwärtstrend schliessen. Auch waren die Krise von 2007 und die Ängste, die da aufkamen und die entsprechende Anstieg des Goldpreises weit weg. Betrachtet man den Goldpreis heute und erwartet man eine starke Inflation kann es durchaus eine sehr gute Gelegenheit sein in Gold zu investieren. Geht man von diesen Annahmen aus, gibt es wenig Gründe warum der Goldpreis so stark korrigiert hat und warum er nicht zu alten bzw. neuen Höchstständen zurückkehren sollte.  


Hier nützt jedem Einzelnen ein höherer Goldanteil in der SNB Bilanz wenig.  Wer an Gold glaubt, soll selbst Gold kaufen. Glaubt man an eine grosse Krise dies am Besten in physischer Form und zu Hause lagern.




Europosition der SNB und Eurountergrenze

Es war von Anfang an ziemlich klar, dass die SNB nicht mehr ohne Verlust aus der Geschichte rauskommt. Viele Experten wie Marc Faber, Oswald Grübel etc. haben die Eurostützkäufe aus diesem Grund kritisiert.  Ganz klar hätte die SNB nichts gemacht hätte dies Arbeitsplätze gekostet. Verheerend war vor allem der sehr schnelle Preiszerfall des Euros auf ein 1:1 Verhältnis zum Schweizer Franken. In kürzester Zeit wurde so eine 20% Marge pulverisiert.  


Das Ziel der SNB muss es sein und ist es sicherlich auch, den Markt schrittweise wieder spielen zu lassen, das heisst den Euro langsam fallen zu lassen bis er wieder das Marktniveau erreicht hat. Hätte die SNB in den letzten Jahren annähernd die Möglichkeit gehabt die Europosition auf dem Level von 1.20 zu reduzieren ohne einen grösseren Kurszerfall zu riskieren hätte sie das gemacht. 


Auch wenn der Kurs sich zeitweise bis zu 1.25 erholt hat, war das Aufwärtsmomentum viel zu schwach als dass die Nationalbank grössere Europositionen hätte verkaufen können. Dies wird jeder Marktkenner bestätigen. Wie oben erwähnt haben die Aktivitäten von Zentralbanken vor allem eine psychologische Wirkung. Der Verkauf der SNB wäre in diesem Fall von den Märkten sehr schnell bemerkt und als ein Abwenden von der Untergrenze interpretiert worden. Entsprechend wäre die negative Auswirkung auf den Kurs gewesen. 


Genau dieser langsame Ausstieg ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei Annahme der Goldinitiative nicht mehr möglich. Wäre die SNB betreffend Untergrenze zu 100%  glaubhaft würde niemand und hätte niemand bei 1.20 verkauft. Mit Annahme der Goldinitiative wäre sie weniger Glaubhaft. Entsprechend würde die Untergrenze von den Markteilnehmern getestet und zwar umgehend nach der Abstimmung. Im Besten Fall gibt die SNB dann sehr schnell die Eurountergrenze auf, ein grosser Buchverlust würde entstehen und der Euro sich in Richtung 1:1 bewegen.  Auch jetzt wäre der Schaden aufgrund des schnellen Kurszerfalls immer noch relativ gross für die Exportunternehmen. Im schlechtesten Fall würde sie weiter an der Eurountergrenze festhalten und zwangsläufig Eurobestände aufbauen.  Nur um diese dann später zu einem wesentlich tieferen Preis zu reduzieren. Der Verlust wäre dann noch grösser. Mit oder ohne Annahme der Goldinitiative kommt, die SNB aus dieser Situation wohl nicht mehr raus ohne Haare zu lassen. Die einzige eher unwahrscheinliche Chance wäre ein Ausstieg der Krisenländer aus dem Euro


Die SNB wird die Untergrenze aufheben mit oder ohne Goldinitiative. Ohne Zwang durch die Initiative kann sie dies mit möglichst kleinem Schaden machen, mit Annahme kann der Markt die Schritte der SNB viel besser abschätzen und wird es ausnutzen. Nebst dem grösseren Verlust würde vor allem auch der Nutzen, der diese Aktion für die Exportunternehmen gebracht hat neutralisiert



Zusammengefasst: 


  • Ein völliges neues Modell kann thematisiert werden, muss aber global sein. Die Einschränkung des aktuellen Modells „Aufrechterhaltung der Preisstabilität“ durch die Goldinitiative führt dazu, dass ein möglicherweise nicht ideales Modell noch weniger ideal wird. 
  • Höherer Goldanteil der SNB nützt dem Einzelnen wenig. Wer an Gold glaubt, soll besser selbst Gold kaufen. 
  • Bei Annahme der Goldinitiative fällt entweder die Eurountergrenze mit hoher Wahrscheinlichkeit relativ schnell oder die Eurobestände und die zu erwartenden Verluste erhöhen sich beträchtlich.

Sehr gute Ausführungen zur Goldinitiative auch bei Fintool